Vegane Ernährung

Was ist vegan essen?

Um zu wissen, was veganes Essen ist, hilft kein Blick ins Gesetz. Die Bundes-Regierung hat sich im Jahr 2014 bewusst dagegen entschieden, sich für eine rechtsverbindliche Defintion von vegan einzusetzen. Der Bundesrat hatte eine Vegan-Definition gefordert.
 

2016 haben sich dann zumindest die Länder im Rahmen der Verbraucherschutzministerkonferenz einstimmig auf einen Vorschlag für eine rechtsverbindliche Definition der Begriffe “vegan” und “vegetarisch” geeinigt. Danach sind Lebensmittel vegan, “die keine Erzeugnisse tierischen Ursprungs sind und bei denen auf allen Produktions- und Verarbeitungsstufen keine

  • Zutaten (einschließlich Zusatzstoffe, Trägerstoffe, Aromen und Enzyme) oder
  • Verarbeitungshilfsstoffe oder
  • Nicht-Lebensmittelzusatzstoffe, die auf dieselbe Weise und zu demselben Zweck wie Verarbeitungshilfsstoffe verwendet werden,

die tierischen Ursprungs sind, in verarbeiteter oder unverarbeiteter Form zugesetzt oder verwendet worden sind.” Achtung Allergiker: Unbeabsichtigte und unvermeidbare Spuren tierischen Ursprungs – wie beispielsweise Spuren von Fleisch oder Milch – stehen der Kennzeichnung “vegan” nicht entgegen.

Weitere Informationen zur Frage “Was ist vegan essen?” stehen hier.

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Vegane Siegel

Um den Verbraucher darüber zu informieren, welche Lebensmittel vegan sind, wird von den Herstellern oftmals ein Siegel auf die Verpackung aufgedruckt. Es gibt verschiedene vegane Siegel, die je nach Herausgeber unterschiedliche Anforderungen an die Produkte stellen. Hier ist eine Übersicht über die veganen Siegel.

Ist veganes Essen teuer?

Veganes Essen muss nicht teurer sein als nicht-veganes Essen. Man muss auch unterscheiden zwischen bio-vegan und vegan. Wer sich nur mit Produkten aus ökologischer Landwirtschaft ernähren möchte, zahlt in der Regel etwas mehr. Aber kann sich auch vegan ernähren, ohne Bio-Produkte zu kaufen. So kann man sich auch mal Cashnew-Nüsse vom Discounter leisten, ohne gleich den Dispo erhöhen zu müssen.

Viel Geld spart man, indem man bewusst einkaufen geht und Preise vergleicht. Selbst im Bio-Bereich gibt es günstige Anbieter, bei denen man mitunter um die 30 % gegenüber vergleichbaren Produkten sparen kann. Man muss die preiswerten Anbieter nur finden. Hier ein paar Einkaufs-Tipps zu veganen Lebensmitteln, die nicht teuer sind.

Geld spart man auch, wenn man statt Fertig-Süßigkeiten selbst zur Tat schreitet. Überhaupt sind Fertig-Gerichte oft viel teurer, als die Eigenproduktion. Und wenn man bedenkt, dass Fisch, Fleisch und Honig auch nicht gerade billig sind, wenn man nicht gerade Billigangebote konumiert hat, dann wird man durch das vegane Essen nicht mehr Ausgaben haben. Vor allem aber gewinnt man an Lebensqualität.

Was ich als Veganer beachten muss

Oft heißt es, als Veganer muss man tierisch aufpassen, dass man genug Nährstoffe zu sich nimmt. Vitamin-B12-Mangel, Eisenmangel und Proteinmangel sind die größten Warnmeldungen, die so im Umlauf sind.

Vitamin B12

Vitamin B12 ist wichtig für den Körper. Am häufigsten fände man Vitamin B12 in Fisch, Eiern und Kuh-Milch-Produkten, so das Robert Koch-Institut.[1] Es gibt zwar auch bestimmte Pflanzen, die Vitamin B12 enthalten. Experten empfehlen Veganern jedoch, Vitamin B12 als Nahrungsergänzungsmittel zu sich zu nehmen.

Professor Dr. Markus Keller, Experte für vegane Ernährung, sagte in einem Interview mit der Zeitschrift GEO, in der Wissenschaft sei es unumstritten, dass vegane Ernährung mit Vitamin B12 ergänzt werden müsse.[2]

Eisen

Eisen kommt nicht nur in Fleisch und Fisch vor, sondern auch in vielen Pflanzen. Allerdings kann das Eisen tierischer Herkunft vom Körper besser verarbeitet werden.

Zu den Pflanzen bzw. pflanzlichen Produkten, die viel Eisen enthalten, gehören: Dinkel Vollkornmehl, Haferflocken, Amarant, roher Spinat, Sojafleisch, Linsen, Tofu, Kichererbsen, Sesamsamen, Pinienkerne, Kürbiskerne, Pistazien, Cashewkerne, Sonnenblumenkerne, getrocknete Pfirsiche, getrocknete Aprikosen und mehr.

Auch bei Eisen gilt: Zur Not kann man es als Nahrungsergänzung zu sich nehmen.

Protein

Immer wieder wird behauptet, die pflanzlichen Proteine seien nicht so gut wie die tierischen Proteine. Protein – auch Eiweiß genannt – ist aus verschiedenen Aminosäuren aufgebaut. Der Mensch braucht im Normalmodus acht verschiedene dieser Aminosäuren, sogenannte essentielle Aminosäuren: Isoleucin, Leucin, Lysin, Methionin, Phenylalanin, Threonin, Tryptophan und Valin.

Daneben gibt es noch die semi-essentiellen Aminosäuren Arginin und Histidin, die für die Wachstumsphase und die Genesung von Krankheiten wichtig sind. Alle diese Aminosäuren sind auch in vielen Pflanzen enthalten. Allerdings enthält jede dieser Pflanzen eine unterschiedliche Konzentration an den einzelnen Aminosäuren. Es kommt also bei der veganen Ernährung auf die richtige Kombination von Pflanzen an, um ein gutes Aminosäureprofil zu erreichen.

Was bedeutet es, vegan zu leben?

Das kommt darauf an. Es gibt harte und weiche Definitionen von vegan. Nach der Definition des Marktforschungsinstituts Skopos ist ein harter Veganer jemand, der sich nicht nur zu 100 % vegan ernährt, sondern auch auf tierische Produkte verzichtet, wie zum Beispiel Taschen aus Tierleder. Ein weicher Veganer ist jemand, der sich zu 100 % vegan ernährt, aber nicht auf sonstige tierische Produkte verzichtet.

Der Ideologie des Veganismus entsprechen nur die harten Veganer.

Vegane Rezepte

Wir haben angefangen, vegane Rezepte aufzuschreiben, die wir auch selbst kochen. Unter diesem Link findest Du diese veganen Rezepte.

Vegane Restaurants

Robert Züblin hat damit begonnen, vegane Restaurants zu testen. Hier sind die ersten Tests zu veganen Restaurants in Berlin.

Artikel zum Thema

Aktuelle Informationen zum Thema Veganismus finden sich hier auf “tal-mi-or”.

Quellen

[1] Robert Koch-Institut (Hrsg.): Beiträge zur Gesundheitsberichterstattung des Bundes, Was essen wir heute? Ernährungsverhalten in Deutschland, Berlin 2002, S. 67.
[2] Carstens, Peter: Deutschlands erster Vegan-Professor “Vegane Eltern stehen unter Beobachtung”, in GEO-Zeitschrift (online), Abruf am 22. August 2018.