PFAS-Verbot in EU: Tausende ewige Chemikalien sollen verboten werden

PFAS sind auch als ewige Chemikalien bekannt.
Ein Chemie-Labor
[Foto: Wittig; Hans-Günter Quaschinsky, Quelle: Bundesarchiv/ Wikimedia Commons, Lizenz: CC BY-SA 3.0 de]
Robert Züblin | 9.02.2023 | 12:50 Uhr

Wenn es nach einem in dieser Woche veröffentlichten Vorschlag von Behörden aus Dänemark, Deutschland, den Niederlanden, Norwegen und Schweden bei der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA) geht, sollen in der EU mindestens 10.000 Per- und Polyfluoralkylsubstanzen (PFAS) – sogenannte ewige Chemikalien – verboten werden.

Herstellung, Verwendung, Einfuhr

Das vorgeschlagene Verbot der mindestens 10.000 Per- und Polyfluoralkylsubstanzen (PFAS) soll die Herstellung, Verwendung und das Inverkehrbringen (inklusive Einfuhr) in der Europäischen Union (EU) umfassen. Die Ausarbeitung des Vorschlags erfolgte im Rahmen der EU-Chemikalienverordnung REACH.

Mit dem Verbot soll eine Reduzierung der Umweltbelastung mit PFAS erreicht werden. Schon heute geht man in Bezug auf bestimmte PFAS davon aus, dass diese in Verbindung mit der Immunantwort, Nierenkrebs und dem Cholesterinspiegel beim Menschen stehen.
Auch wurden PFAS im Rahmen einer in 2022 veröffentlichten Studie weltweit in Regenwasser gefunden, selbst an entlegenen Orten, und in Konzentrationen, die laut der Forschenden die Gefahr darstellen, dass es zu gesundheitlichen Auswirkungen kommen könne. Das deutsche Umweltbundesamt sagt sogar, dass Kinder und Jugendliche zu viel per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen (PFAS) im Blut haben.

EU-Kommission und Übergangsfristen

Eine Entscheidung der Europäischen Kommission über den PFAS-Verbots-Vorschlag wird voraussichtlich erst im Jahr 2025 erfolgen.

Um der Wirtschaft eine Umstellungsmöglichkeit einzuräumen, sind Übergangsfristen für Unternehmen geplant, die PFAS einsetzen, wobei diese Übergangsfristen – abhängig von der PFAS-Anwendung – von eineinhalb bis dreizehneinhalb Jahren dauern könnten. Außerdem soll es unbegrenzte Ausnahmen geben, etwa bei PFAS in Pflanzenschutzmitteln, Biozidprodukten, Humanarzneimitteln und Tierarzneimitteln. Allerdings solle bei diesen PFAS geprüft werden, wie man die PFAS-Belastung der Umwelt reduzieren könne.

In der Financial Times wird von einem Teil der Industrie bereits wegen des befürchteten PFAS-Verbotes Alarm geschlagen. Denise Dignam, von dem Fluorpolymer-Hersteller Chemours, hat in der Financial Times gesagt, dass PFAS unter anderem für die Halbleiterherstellung – also auch für Computerchips – „absolut entscheidend“ sein würden und es ohne diese Stoffe zu „schwerwiegenden Unterbrechungen“ kommen würde.

Der Vorschlag zum Verbot von tausenden PFAS findet sich auf der Seite der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA).

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