Zwei Jahre früherer Beginn der Menopause wegen hoher PFAS-Belastung?

Labor einer Forschungsstelle für Komplexchemie.
Labortätigkeit
[Foto: Wittig; Hans-Günter Quaschinsky, Quelle: Bundesarchiv/ Wikimedia Commons, Lizenz: CC BY-SA 3.0 de]

Robert Züblin | 04.06.2020 | 23:59 Uhr

Wissenschaftler haben einen Zusammenhang von bestimmten PFAS-Belastungen und einem früheren Beginn der Menopause festgestellt.

Zwei Jahre früher als normal

Die Forscher haben das Blut von 1120 Frauen in Bezug auf die Konzentrationen von per- und polyfluorierten Alkylsubstanzen (PFAS) untersucht, um herauszufinden, ob diese in einem Zusammenhang mit einer vorzeitigen natürlichen Menopause stehen.

Dabei wurden vier Gruppen – niedrig, niedrig-mittel, mittel-hoch und hoch – gebildet, je nach der Höhe der Gesamt-PFAS-Konzentrationen. In der Gruppe mit hohen PFAS-Konzentrationen hätte der Mittelwert in Bezug auf den Beginn der natürlichen Menopause im Vergleich zur Gruppe mit niedrigen PFAS-Konzentrationen zwei Jahre früher gelegen, wie es in der Studie heißt, die in der Fachzeitschrift „Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism (JCEM)“ veröffentlicht wurde.

PFAS, die ewigen Chemikalien

„PFAS sind überall. Sobald sie in den Körper gelangen, werden sie nicht abgebaut und sammeln sich mit der Zeit an“, sagt Ning Ding, eine der Studienautorinnen. „Aufgrund ihrer Langlebigkeit im Menschen und der potenziell schädlichen Auswirkungen auf die Eierstockfunktion ist es wichtig, das Bewusstsein für dieses Problem zu schärfen und die Belastung mit diesen Chemikalien zu reduzieren.“

Nicht ohne Grund werden PFAS als „ewige Chemikalien“ bezeichnet. In der Pressemitteilung der Organisation The Endocrine Society, die wegen der Veröffentlichung der Studie herausgegeben wurde, wird erklärt, dass PFAS in einer Vielzahl von Produkten verwendet würden, die nichthaftend und wasserfest sind. Auch in Feuerlöschschäumen kämen PFAS zum Einsatz. Das Problem: Durch die PFAS-Chemikalien könne es zur Verunreinigung von Trinkwasser kommen. Schätzungen gingen davon aus, dass einer von drei US-Amerikanern mit PFAS verunreinigtes Trinkwasser zu sich nehmen würde.

„Selbst eine Menopause, die ein paar Jahre früher als gewöhnlich eintritt, könnte einen signifikanten Einfluss auf die Herz-Kreislauf- und Knochengesundheit, die Lebensqualität und den allgemeinen Gesundheitszustand von Frauen haben“, sagt Sung Kyun Park, einer der Studienautoren.

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