Mit gegensätzlichen Mustern auf T-Shirts unsichtbar vor Überwachungs-Kameras

Mit einem Bild, das als Tarnmuster dient, kann man Überwachungskameras austricksen.
Tarnmuster gegen Erkennung durch automatisierte Überwachungskamera
[Foto: Simen Thys, Wiebe Van Ranst und Toon Goedemé]

 

Robert Züblin – 24.04.2019, 22:31 Uhr

Eine Gruppe von Forschern hat ein Muster entwickelt, mit dem man vor automatisierten Überwachungskameras virtuell unsichtbar wird. Als Nächstes könnte mit der Technik ein Tarnmuster auf ein T-Shirt gedruckt werden.

Gegensätzliche Muster

In einem Aufsatz erklären die drei Wissenschaftler Simen Thys, Wiebe Van Ranst und Toon Goedemé von der Katholieke Universiteit Leuven (auf Deutsch: Katholische Universität Löwen) in Belgien, wie durch kleine Veränderungen eine automatisierte Überwachungskamera ausgetrickst werden kann.

Um dem System vorzugaukeln, dass es sich bei einem bestimmten Menschen nicht um eine Person handelt, habe es gereicht, ein 40 cm mal 40 cm großes und farbenfrohes Bild, das aussieht wie eine abstrahierte Straßenszene mit ein paar Menschen und vielen Markisen, vor den Oberkörper zu halten. Die Forscher sprechen hier vom Einsatz eines „gegensätzlichen Musters“.

Anti-Überwachungs-T-Shirts

Zwar konnte die Test-Person mit dem Tarnmuster tatsächlich vor dem Überwachungskamera-System versteckt werden, allerdings nur in Bezug auf einen ganz bestimmten Algorithmus, den sogenannten YOLOv2. Mit Hilfe dieses Algorithmus kann man durch Überwachungskameras automatisch Objekte und Personen erkennen.

In Zukunft wollen die Forscher ein „gegensätzliches Muster“ auf ein T-Shirt drucken, um damit vor dem YOLOv2-Algorithmus unsichtbar zu werden. Marktreif wäre ein solches T-Shirt wohl erst, wenn es gegen eine Vielzahl von Algorithmen schützen würde, die in Überwachungskamera-Systemen zum Einsatz kommen.

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