Luftverschmutzung: Erhöhen Ozon und Feinstaub die Kriminalität?

Rauchende Schornsteine eines Braunkohlekraftwerkes mit Strommasten.
Rauchende Schornsteine eines Braunkohlekraftwerkes
[Foto: Engelbert Reineke, Quelle: Bundesarchiv/ Wikimedia Commons, Lizenz: CC BY-SA 3.0 de]

 

Robert Züblin – 05.10.2019, 14:55 Uhr

Eine Studie zeigt einen Zusammenhang zwischen einer erhöhten Belastung durch Luftverschmutzung und der Zunahme von Gewaltstraftaten.

»Luftverschmutzung macht aggressiver

Wissenschaftler haben untersucht, welchen Einfluss die Luftverschmutzung auf das Verhalten von Menschen hat. Dabei kamen die Forscher zu dem Ergebnis, dass man bei einer erhöhten Luftverschmutzung mit Feinstaub (PM 2,5) und Ozon eine Zunahme von Gewaltverbrechen beobachten könne – insbesondere von Körperverletzungen.

Einen Zusammenhang mit dem Anstieg der Luftverschmutzung und Eigentumsdelikten hätten die Wissenschaftler nicht feststellen können.

Auf der Webseite der Colorado State University heißt es, dass die Forscher auch danach unterschieden hätten, ob die Verbrechen innerhalb oder außerhalb des eigenen Hauses stattfanden. Sie entdeckten, dass 56 Prozent der Gewaltverbrechen innerhalb der eigenen vier Wände begangen worden seien. Bei den Körperverletzungen hätte diese Zahl bei 60 Prozent gelegen. Dies deute darauf hin, dass es sich oftmals um häusliche Gewalt handele.

“Die Sache ist die, wenn man mehr Luftverschmutzung ausgesetzt ist, wird man etwas aggressiver, so dass Auseinandersetzungen – von denen einige vielleicht nicht eskaliert wären – eskalieren”, sagt einer der Studienautoren, Jude Bayham.

Kostenfaktor der Umweltverschmutzung

Konkret hätten die Wissenschaftler beobachtet, dass Gewaltverbrechen um 1,4 Prozent zunehmen würden, wenn sich die Belastung durch Feinstaub (PM 2,5) am selben Tag um 10 Mikrogramm pro Kubikmeter erhöhe. Bei Ozon würde sich bei einer erhöhten Belastung um 0,01 Teile pro Million eine Zunahme bei den Gewaltverbrechen um 0,97 Prozent zeigen. Betrachte man die Körperverletzungen allein, würde diese Zunahme bei 1,15 Prozent liegen, wie die Colorado State University mitteilt.

“Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass eine 10-prozentige Reduzierung des täglichen PM 2,5 und Ozons die Verbrechenskosten um 1,4 Milliarden US-Dollar pro Jahr senken könnte, eine bisher übersehene Kostenbelastung im Zusammenhang mit der Umweltverschmutzung”, schreiben die Wissenschaftler in ihrer Studie, die in der Fachzeitschrift “Journal of Environmental Economics and Management” veröffentlicht wurde.

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