Robert Züblin – 13.02.2020, 11:50 Uhr |
Im Rahmen einer Studie haben Wissenschaftler beobachtet, dass Handystrahlung im Zusammenhang mit Schilddrüsenkrebs stehe, wenn die Betroffenen bestimmte genetische Variationen aufweisen würden.
Dauer und Häufigkeit der Handynutzung
Die Forscher schreiben, dass es für die krebserregende Wirkung von hochfrequenten Strahlen, die von Mobiltelefonen ausgehen, durch neuere Studien Beweise gebe. In ihrer eigenen Studie, die in der Fachzeitschrift „Environmental Research“ erschienen ist, hätten sie untersucht, welchen Zusammenhang es zwischen der Mobilfunknutzung und Schilddrüsenkrebs gebe, wenn man eine bestimmte genetische Disposition habe.
Für die Studie wurden die Daten von über 900 Personen untersucht, darunter 440 Schilddrüsenkrebsfälle und 465 Personen als Kontrollgruppe. Die Daten stammten aus einer Studie, die zwischen 2010 und 2011 im US-Bundesstaat Connecticut durchgeführt worden sei.
Unter Umständen 2-mal höheres Krebsrisiko
In ihrer Studie seien die Forscher zu dem Schluss gekommen, dass bei Personen, bei denen Einzelnukleotid-Polymorphismen – vererbbare genetische Varianten – festgestellt werden konnten, eine signifikant höhere Wahrscheinlichkeit gegeben sei, an Krebs zu erkranken, als bei Menschen ohne diese genetische Variation. Das Krebsrisiko sei hier mehr als zwei Mal so hoch; jedenfalls in Fällen, in denen der Einzelnukleotid-Polymorphismus in vier der untersuchten Gene gefunden worden sei, wie es auf der Website der Yale School of Public Health (YSPH) heißt.
„Unsere Studie liefert den Beweis, dass die genetische Disposition die Beziehung zwischen der Nutzung von Mobiltelefonen und Schilddrüsenkrebs beeinflusst“, sagt Professorin Dr. Yawei Zhang, eine der Studienautorinnen. „Es sind weitere Studien erforderlich, um die für hochfrequente Strahlung (RFR) anfälligen Bevölkerungsgruppen zu identifizieren und die Exposition gegenüber RFR durch unterschiedliche Nutzungsmuster von Mobiltelefonen zu verstehen.“
Gegenüber der Yale School of Public Health (YSPH) sagte Zhang, dass die Zahlen von Schilddrüsenkrebs-Erkrankungen in vielen Teilen der Welt stetig angestiegen seien. Allerdings müsse man bedenken, dass die Studie Daten nutze, die aus den Jahren 2010 bis 2011 stammten.
Damals sei das Smartphone noch nicht so verbreitet gewesen wie heute, weshalb die hier festgestellte Risikoerhöhung beim Schilddrüsenkrebs möglicherweise mit der Nutzung älterer Generationen von Mobiltelefonen zusammenhänge. Auch die Art der Nutzung von Mobiltelefonen habe sich verändert. Heute würden eher Nachrichten verschickt als Telefonate geführt.