Neuer EFSA-Grenzwert für vier perfluorierte Alkylsubstanzen (PFAS)

Labor einer Forschungsstelle für Komplexchemie.
Im Labor
[Foto: Wittig; Hans-Günter Quaschinsky, Quelle: Bundesarchiv/ Wikimedia Commons, Lizenz: CC BY-SA 3.0 de]
Robert Züblin | 19.09.2020 | 23:47 Uhr

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat die Exposition gegenüber den perfluorierten Alkylsubstanzen (PFAS) Perfluoroctansäure (PFOA) und Perfluoroctansulfonsäure (PFOS) nun zusammen mit derjenigen gegenüber Perfluorhexansulfonsäure (PFHxS) und Perfluornonansäure (PFNA) neu bewertet und einen Aufnahme-Grenzwert für die summenmäßige Exposition gegenüber den vier PFAS festgelegt.

Gesundheitliche Wirkungen

Konkret sei der EFSA-Schwellenwert für die zulässige wöchentliche Aufnahmemenge (TWI, Tolerable Weekly Intake) bezogen auf die Gruppe aus PFOA, PFOS, PFHxS und PFNA auf 4,4 Nanogramm pro Kilogramm Körpergewicht pro Woche festgelegt worden. Der neue Grenzwert sei Teil eines wissenschaftlichen Gutachtens, bei dem es um die Frage gegangen sei, welche Risiken für die menschliche Gesundheit bestehen, wenn die erwähnten PFAS in Lebensmitteln vorkommen, heißt es auf der Website der EFSA.

Weiter heißt es dort, dass die Exposition gegenüber PFAS-Verbindungen „unerwünschte gesundheitliche Wirkungen verursachen“ könne. Die Aufnahme der PFAS durch den Menschen könne unter anderem durch Lebensmittel wie Trinkwasser, Fisch, Obst und Eier erfolgen. Nunmehr würde die verminderte Immunantwort auf Impfungen als bedeutsamste Wirkung in Bezug auf die menschliche Gesundheit von den Sachverständigen eingestuft, wenn es um die Bestimmung der tolerierbaren wöchentlichen Aufnahmemenge ginge. Im EFSA-Gutachten zu den PFAS aus dem Jahr 2018 sei der erhöhte Cholesterinspiegel als schwerwiegendste Wirkung berücksichtigt worden.

PFOA und PFOS einzeln bewertet

Ein weiterer Unterschied zum EFSA-Gutachten des Jahres 2018 sei, dass damals die tolerierbare wöchentliche Aufnahmemenge in Bezug auf PFOS und PFOA getrennt festgelegt worden sei. Das EFSA-Gremium für Kontaminanten in der Lebensmittelkette (CONTAM, Panel on Contaminants in the Food Chain) hatte 2018 die sogenannte vorläufige tolerierbare wöchentliche Aufnahmemenge (PTWI, Provisional Tolerable Weekly Intake) für PFOA auf 6 Nanogramm pro Kilogramm Körpergewicht festgelegt und für PFOS auf 13 Nanogramm pro Kilogramm Körpergewicht pro Woche.

Dass sich das Gremium in seinem am 17. September 2020 im „EFSA Journal“ veröffentlichten Gutachten nun der gleichzeitigen Exposition gegenüber mehreren Chemikalien orientiere, hätte seinen Grund in neueren wissenschaftlichen Erkenntnissen, wie es auf der Website der EFSA heißt.

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