Bee+: Mikro-Roboter-Insekt mit vier Flügeln gebaut

Bee+ Mini-Roboter-Insekt mit vier Flügeln im Vergleich zu einer Ein-Cent-Münze.
Bee+ heißt der winzige Vierflügler-Roboter
[Foto: University of Southern California in Los Angeles]

 

Robert Züblin – 19.05.2019, 23:59 Uhr

Wissenschaftler haben einen vierflügeligen Mikro-Roboter gebaut, der nur geringfügig mehr wiegt als moderne Zweiflügel-Mikro-Roboter, dafür aber besser zu steuern ist.

Bee+ wiegt nur 95 Milligramm

Ein größenmäßig vergleichbarer Roboter wie der nun von Forschern der University of Southern California (USC) vorgestellte Bee+ ist der an der Havard University entwickelte RoboBee-Roboter aus dem Jahr 2013. Allerdings hat RoboBee nur zwei Flügel, war dafür aber mit seinen 75 Milligramm auch leichter. Bee+ wiegt 95 Milligramm, was angesichts von vier Flügeln immer noch sehr wenig ist.

“Die wichtigste Innovation, die die Entwicklung von Bee+ ermöglichte, ist die Einführung eines extrem leichten (28 mg) verzwillingten unimorphen Stellglieds, das die Entwicklung eines neuen mikrorobotischen Mechanismus ermöglichte, der vier Flügel unabhängig voneinander schlägt”, schreiben die Wissenschaftler in ihrem Aufsatz zum Bee+.

Wie beim RoboBee-Roboter wurde auch beim Bee+ auf eine Batterie verzichtet. Damit wird ebenfalls Gewicht gespart. Der Nachteil davon ist aber, dass die Roboter nicht frei fliegen können, sondern an Kabel gebunden sind.

Roboter zur künstlichen Bestäubung

Mit dem neuen Design sei nun auch die Steuerung verbessert worden. Konnten RoboBee und ähnliche Zweiflügler nur über das Rollmoment, Neigungsmoment und die Schubkraft gesteuert werden, kommt beim Vierflügler auch noch das Giermoment hinzu.

Außerdem würden durch das vierflügelige Setup Rotationsstörungen gedämpft werden, die häufig bei zweiflügeligen Mikrorobotern auftreten würden.

Roboter von der Größe eines Insektes könnten unter anderem bei der Untersuchung von Infrastrukturen, bei Rettungseinsätzen oder eventuell bei der künstlichen Bestäubung von Pflanzen genutzt werden, schreiben die Wissenschaftler von der USC.

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