740 Millionen haben Tinnitus – 120 Millionen mit großem Problem

Beim HNO-Arzt kann man sich auch auf Tinnitus untersuchen lassen.
Beim HNO-Arzt kann man sich auch auf Tinnitus untersuchen lassen
[Fotograf: Vera Katschorowski-Stark, Quelle: Bundesarchiv/ Wikimedia Commons, Lizenz: CC BY-SA 3.0 de]
Robert Züblin | 15.08.2022 | 12:33 Uhr

Im Rahmen einer Meta-Studie haben Forscher herausgefunden, dass weltweit betrachtet mehr als 740 Millionen Erwachsene Tinnitus haben – 120 Millionen davon nehmen den Tinnitus als großes Problem wahr.

Was ist Tinnitus?

Bei Tinnitus – auch Ohrensausen oder Phantomgeräusch genannt – handelt es sich um ein Symptom, bei dem man Geräusche wahrnimmt, die nicht von einer äußeren Schallquelle erzeugt werden. Man unterscheidet subjektiven und objektiven Tinnitus, wobei Letzterem tatsächlich eine Schallquelle im Körper – meist im Innenohr – des Betroffenen zu Grunde liegt. Beim subjektiven Tinnitus hingegen kann keinerlei Schallquelle zugeordnet werden – weder im Körper noch außerhalb des Körpers.

Welche Art von Geräusch man hört, kann unterschiedlich sein. Betroffene berichten von Brummen, Klopfen, Knacken, Pfeifen, Rauschen und Zischen. Diese Geräusche können gleichbleibend auftreten oder schwankend. Auch rhythmisch-pulsierende Geräusche können wahrgenommen werden.

Man unterteilt Tinnitus häufig in verschiedene Schweregrade, je nach Beeinträchtigung des Betroffenen. Außerdem kann man Tinnitus danach unterteilen, wie lange er auftritt. Im deutschsprachigen Raum spricht man zum Beispiel von akutem Tinnitus, wenn dieser bis zu drei Monate besteht, und von chronischem Tinnitus, wenn er länger als drei Monate anhält.

Erste Meta-Analyse zu Tinnitus-Häufigkeit

Nach Angabe der Autoren der Tinnitus-Meta-Studie, die in der Fachzeitschrift „JAMA Neurology“ veröffentlicht wurde, handele es sich bei dieser Meta-Analyse um die erste überhaupt in Bezug auf das mengenmäßige Auftreten von Tinnitus.

Übertrage man die Tinnitus-Schätzungen in der Meta-Studie auf die gesamte Weltbevölkerung, könne man zu dem Schluss kommen, dass weltweit über 740 Millionen Menschen von Tinnitus betroffen seien, wobei 120 Millionen Menschen an einer schweren Form von Tinnitus leiden würden. Damit würde Tinnitus ähnlich häufig auftreten wie Hörverlust, Migräne, Kreuzschmerzen sowie Nackenschmerzen.

Was die Verteilung unter den Geschlechtern angeht, sei die Prävalenz von Tinnitus bei beiden Geschlechtern ähnlich. Einen Unterschied würde es beim Alter der Betroffenen geben. Mit zunehmendem Alter würde die Prävalenz steigen.

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